Fanliebe – pers. Antwort

Um etwas vorweg zu nehmen: Nein, ich hatte nie eine große „Fan“-Phase. Ich habe Musiker und Künstler, die ich mag und verfolge, aber um wirklich eine Grenze zu ziehen: Quietschend schreiend habt ihr mich noch nie gehört und das passierte auch nie.

Gut, dann haben wir die Vorurteile von liebenden Fans gegenüber einer Person des öffentlichen Lebens schon mal neutralisiert. Aber dieses Thema ist eine Lesereinsendung und ich versuche auf ein paar Fragen einzugehen, wie ich diese Angelegenheiten sehe.

Alleine mit den goldenen Jahren der Musik, der Revolution des Rock & Roll, gab es erste Massenhysterien um die Gesichter der Musikstücke. Das gab es auch schon zu Zeiten von Beethoven und Mozart, aber eher als „vortreffliche Auswahl des Komponisten“ bei den hervorstehenden König- und Herzogtümern.
In den 60er-Jahren wurden „The Jackson Five“ bekannt und 16 Jahre später auch Michael Jackson zur Soloberühmtheit mit Millionen von Fans.

Dass die Musikgeschichte bzw. ihren Vertretern der Musik von Abertausenden und Millionen Fans profitiert, ist kein Geheimnis. Heerscharen von Anhängern von Musikern, Schauspielern, Politikern, Journalisten, Moderatoren, Sportlern, etc. gibt es in nahezu jeder bekannten Ecke. Die Menge macht’s.

Kommen wir aber mal zur Generation „Kinder des Internets (und Leute, die sie prägen)“. Darunter befinden sich besonders bei mir Internetbekanntschaften, aber auch Webvideoproduzenten, welche sich über die Videoplattform „YouTube“ selber publiziert haben.

Ich befasse mich dabei auf die Gruppe der Produzenten, welche wirklich nützliche Werte vermitteln. Ich kann mit niemandem etwas anfangen, der seine Reichweite über 140db Rumgeschreie profilieren möchte und sich auch noch hinstellt und behauptet, es wäre geistreicher Content. Ich bin selber in einem YouTube-Netzwerk und habe auch einen YouTube-Creator-Vertrag. Auch wenn meine Aktivität dort eher spärlich ist, so kokettierte ich doch mit dem extrem verhunzten YouTube-Algorithmus und fange zumindest ein paar Leute ab, die sich nicht permanent mit Content abgeben möchten, der auch im RTL-Nachmittagsprogramm laufen könnte.

Mit vermittelten Werten kann ich am ehesten die Persönlichkeit „lesen“ bzw. die Person hinter der Kamera einschätzen. Dass dies auf die vorwiegend jugendliche Zielgruppe funktioniert, ist schon fast zu berechenbar. Natürlich funktioniert es bei den Konsumenten YouTubes und richtig darüber nachgedacht, kann fast jeder auf YouTube seine Zielgruppe treffen.

Nun gab es mit diesem Thema eine bestimmte Frage, die in meinen Augen nur einen Teil mit dem eigentlichen Thema zu tun hat:
„Wie stehe ich zu YouTube(r)-bezogenen Tattoos?“.
Generell muss ich zu Tattoos sagen, dass ich sie „richtig“ angewendet sehr mag. Also wenn es eine klare Bedeutung für den Menschen hat und ich möchte auch mal Tattoos haben.
Dabei muss ich meine Tattoo Regel Nr. 1 fest machen: Niemals Namen tätowieren lassen. Das gilt für mich und wenn jemand sich den Namen eines YouTubers tätowiert, hoffe ich einfach, dass es eine lange Überlegung war und dass man damit nicht irgendwann etwas Negatives assoziiert.
Des Weiteren habe ich dabei etwas den Beigeschmack, als würde ich mir einen Markennamen tätowieren lassen. (Und ja, viele Webvideoproduzenten lassen sich ihr Internet-Pseudonym markenrechtlich sichern!)
Für mich wäre es dasselbe, als würde ich mir den Namen der Firma tätowieren lassen, bei der ich arbeite.

Sollte es darüber hinausgehen, kann ich aber auch nur Akzeptanz aussprechen. Ein Tattoo spiegelt für mich eine wirklich persönliche Nähe wieder, egal, wer diese Person ist und was sie macht. Wenn, dann darf die Person kritisiert werden, auch wenn diese Kritik die Erinnerung nicht nehmen lässt.

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3 Gedanken zu “Fanliebe – pers. Antwort

  1. Eine kleine besserwisserische Anmerkung zu „Das gab es auch schon zu Zeiten von Beethoven und Mozart, aber eher als „vortreffliche Auswahl des Komponisten“ bei den hervorstehenden König- und Herzogentümern.“:

    Ein ‚eher als‘ kommt den genannten Komponisten nicht gerecht. Würde Mozart heute leben, dann könnte er sich ungeniert in die Reihe der Popstar einreihen. Ich würde sogar sagen, dass er sich an die Spitze stellen könnte. Während Beethoven die gehobenere Gesellschaft ansprach und seine Musik doch dem allgemeinen Volk sehr genehm war, so ist es bei Mozart exakt andersherum. Der Klerus und die Aristokratie waren ihm zu steif. Er hat lieber für das Volk geschrieben. Die Zauberflöte ist ein multimediales Meisterwerk. Eine richtige Show. Seine Lieder sind Ohrwürmer. Und egal ob als Kinderlied oder als Nokia-Klingelton, die meisten Menschen kennen die Melodien, ohne sich bewusst zu sein, dass sie von Mozart sind.

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    1. Ich möchte hier keine Generaldebatte über Mozart, Beethoven und die Vertreter der klassischen Musik anzetteln. Das „eher als“ passt dabei eher in die zeitliche Riege und soll unter gar keinem Umstand, die wichtige Arbeit der Komponisten dieser Zeit beleidigen.

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  2. Ich finde, dass man das Thema noch ein kleines bisschen mehr ausführen könnte.
    Zum Beispiel gerade auf den Sport bzw vor allem Fußball bezogen.
    Die „Fanliebe“ betrifft hier meist den Verein und nicht einzelne Spieler.
    Und bei Spielen kommt es dann zum Treffen von zwei Fanlagern. Das kann friedlich ablaufen oder es gibt sogenannte „Fans“, die meinen sich verprügeln oder sich derbst beleidigen etc. zu müssen.
    Das hat für mich absolut nichts mehr mit „Fan-Sein“ zu tun, mit solchen Leuten möchte man als „richtiger“ Fan nicht gleichgestellt werden. Weil es den Spaß und die Freude am Spiel und am Sport nimmt.

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